18.: Ironman Frankfurt 9:24:58h

Gut, endlich mal ein kleines bisschen Bewegung auf der Seite, aber irgendwie dachte ich mir, dass eine Tat mehr aussagt als 1000 Worte. Was dann gestern dabei herauskam!? Eine Schande…
Viel geschlafen hab‘ ich nicht, nicht, dass mir alles weh tun würde, nein, man grübelt halt nur. Gestern war ich schon nach der 1. Radrunde, als ich schon mit deutlich Verspätung am Mainkai eintraf, der Meinung, dass wohl doch schwierige Bedingungen herrschen müssen. Der Eindruck verstärkte sich dann noch, als ich die gesamte 2. Runde völlig allein und isoliert im Wind fuhr. Seltsam war nur, dass ich kaum jemand einholen konnte. Okay, dachte ich mir, Du liegst schon so weit vorn, da ist nicht mehr viel zum Überholen. Seltsam war aber auch, dass mich gleich zu Beginn ein sehr schwacher Schwimmer überholte?!?
Hier jedenfalls mal die Leistungsdaten:
274 Watt inkl. 0-Werte sind das mit Abstand Beste, was ich je im Wettkampf gefahren bin, zumindest seitdem ich mit Wattmessung fahre. Dazu die 2.Runde mit 282 Watt noch stärker gefahren, gut verpflegt auf der Radstrecke (obwohl ich bei km60 meine komplette Eigenverpflegung verloren hatte) und relativ erholt und mit keinerlei muskulären Problemen vom Rad gestiegen. Falsche Werte vielleicht? Ja, die km-Angabe ist zu hoch, da ich nicht mehr dran gedacht hatte, die Ablauflänge des Vorderrads zu messen, die Strecke ist wohl auch mit der Umleitung in Friedberg keine 180km und ganz sicher keine 181,5km, wie in der Wettkampfbesprechung verkündet. Die Wattangaben sind genau das, was man nach dem Training von diesem Jahr erwarten konnte. Das Laufen ist dann schnell erzählt, noch passabel losgelaufen, aber schon bei km12 war meine vordere Oberschenkelmuskulatur völlig hinüber und ich mußte in den Schleichschritt übergehen. Ursache hierfür dürfte einfach sein, dass der letzte Lauf 9 Tage zurück lag, mit einem halbstündigen Lauf am Mittwoch wäre das wohl nicht passiert, denke ich.
Mit der Trainingsdoku, die ich noch aktualisieren werde, ist das malheur der letzten Wochen auch ganz gut nachzuvollziehen:
Alte Verletzung wieder aufgebrochen (Muskelfaserriß in der Wade) – 2,5 Wochen nicht gelaufen – die häßlichen Socken besorgt, damit ein paarmal völlig problemlos gelaufen – letzte Einheit in der Wettkampfintensität 9 Tage vorher dann ohne Socken gelaufen und mir die Waden wieder völlig zerlegt – da sich die Regeneration dann etwas hingezogen hat habe ich auf einen weiteren Lauf ganz verzichtet…
Klar ist für mich, dass die Ursache der Oberschenkelprobleme nicht die Radbelastung von gestern war. Interessant übrigens, dass meine Waden nicht die geringsten Nachwirkungen zeigen, d.h. die Socken sind, insbesondere, wenn, wie dieses Jahr, die Waden ein begrenzender Faktor sind, zwingend anzuziehen.
Aber was war auf dem Rad los? 23cm Sattelüberhöhung, Lenkerauflagen 84cm über dem Boden, alles komplett auf dem Bügel gefahren, logisch, Vorderrad HED3, hinten Scheibe, Topreifen, zumindest, was den Rollwiderstand angeht…Okay, es gibt diese altbekannte Erklärung, warum massenhaft gute Zeiten bei schweren Bedingungen erzielt werden – aber warum fuhr die Spitze durchweg auch gute Zeiten?
Als ich gestern abend dann auscheckte, waren die Reifen (Vittoria Corsa Evo CX – Tubular) platt, völlig platt, und zwar beide….Defekt? Ich hab‘ noch nicht nachgesehen, aber sicher nicht. Als ich Mittwoch meine neue SKS Airchamp ausprobieren wollte, die dann auch prompt nicht funktionierte (Vielen Dank an den Kundenservice von SKS, die mir sofort Ersatz schickten – Super!), ich dann letztlich mit Dianas Airchamp die Scheibe aufpumpte, war diese dann abends völlig platt.
Okay, der aufmerksame Leser ahnt es schon, ich sah am Wettkampfmorgen weit und breit keine Luftpumpe, das Vorderrad hatte noch 5 Bar, meine ich (wohl am Freitag zuletzt gepumpt), das Hinterrad noch 8 Bar (am Samstag gepumpt), und ich jagte eine CO2-Kartusche in die Reifen, noch mit meinem 20 Jahre alten Zefal-Luftdruckprüfer getestet (der auch in der noch zu schreibenden Serie über legendäres Material Erwähnung finden wird)..knapp 12 bar, alles okay, dachte ich….Während dem Radeln war ich teilweise sogar begeistert, wie der Latexschlauch die Unenbenheiten wegbügelt….Schande, Schande, Schande, aber inzwischen ist auch klar, warum der Polar 3-4km mehr anzeigte, aber da werde ich mit den Vittoria nochmal verschiedene Messungen der Ablauflänge vornehmen, mit 3 Bar, mit 6 Bar, mit 12 Bar….
Klar ist mal, dass das noch nicht mein letztes Wort bzw. die letzte Tat für dieses Jahr war – Hawaii? Sicher nicht, obwohl ich von Pearl Izumi etwas unterstützt werden würde, aber Almere bietet sich an.

Der Zieleinlauf war dann doch sehr stimmungsvoll…

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