26. UPC Holland Triathlon Almere



So etwa eine 3/4h bin ich auch gut geschwommen, aber dann bis zum Wechsel noch von 15 Leuten überholt worden – dabei war es in früheren Jahren mal meine Spezialität gerade hintenraus eher Plätze gutzumachen. Endlich durch die Wechselzone durch, fühlte ich mich schon lausig, etwas länger aufgehalten habe ich mich beim Wechsel auch noch, da mir in den letzten Schwimminuten einfiel, dass ich den Ventiladapter zum Aufpumpen der Räder in meiner Traningshose und nicht am Rad verstaut hatte. Zum Glück war die Wechselzone sehr großzügig ausgelegt und ich hatte meine ganzen Klamotten am Rad deponiert. Also etwas gesucht beim Wechsel, dafür aber mit Ventiladapter für den Notfall losgeradelt. Spätestens nach 5km war mir klar, dass das Rennen schon gelaufen war – wenn ich allein vor Ort gewesen wäre, hätte ich auch sicherlich aufgegeben,  nur wollte ich Dianas Moral nicht auch noch untergraben, indem ich schon frühzeitig als Zuschauer an der Strecke auftauchen würde. 
Selten hab‘ ich so gelitten auf dem Rad, okay, in der letzten Stunde wurde es öfter hart, aber von Beginn an? In Kulmbach 99 war es vielleicht ähnlich furchtbar. Ein sehr niedriger Puls, keine Leistung, mir war schnell klar, dass meine Glykogenspeicher leer waren. Das war die Quittung für die etwas zu laxe Herangehensweise: am Donnerstagmorgen hatte ich keinen Hunger und deshalb nichts gegessen, dann Spätschicht gehabt, bei der keine Möglichkeit zum Essen besteht. Freitag früh dann Anreise nach Almere und abends noch einen Teller Nudeln gegessen. Der Renntag war der Samstag. Ich weiß nicht mehr, was Mittwoch war, klar ist aber, dass ich viel zu wenig gegessen hatte – das noch in Verbindung mit einem sicherlich schlechter trainierten Stoffwechsel als noch in Frankfurt führten dann zu einer wirklich erbärmlichen Vorstellung auf dem Rad. Natürlich hab‘ ich noch versucht etwas zu retten, auf dem Rad hatte ich aber allein mein Kh-Konzentrat dabei. Ich hatte sogar richtig Hunger, an den ersten V-Stellen schnappte ich mir mangels Riegel und Gels jeweils eine Banane aber die waren schon etwas überreif und ich bekam sie kaum runter, genauso wie meine eigenen Kh. Bei km70 brachen dann 2 Schraubenköpfe von meiner Profile-Halterung hinterm Sattel ab. Daraufhin bin ich 2mal kurz umgedreht um das Gerödel einzusammeln. Das Haupteil des Profile RM-Systems warf ich dann gut versteckt nahe Start und Ziel in eine Wiese neben einen Bauschuttcontainer.
Sehr aerodynamisch war das dann nicht mehr, wie ich weiterfuhr, danach bin ich dann kurz mal zum Pinkeln stehengeblieben und dann überholten mich schon die ersten Frauen. Selbst da konnte ich nicht mithalten, obwohl sie in Almere, im Gegensatz zu Frankfurt, allein fahren müssen. Später bin ich dann auch öfter mal aus der Aeroposition rausgegangen und befürchtete für das Laufen das Schlimmste.
Nach einem sehr langsamen Wechsel ging’s dann aber doch noch glimpflich ab, die Verpflegung mit Gels hat super geklappt und mich aufrechtgehalten bis ins Ziel und mir irgendwie noch gezeigt, was in Frankfurt hätte drin sein können. 
Versöhnlich war dann auch noch, dass Diana für ihre auch reduzierte Vorbereitung ein riesiges Rennen machte, 3 gleichmäßige Runden lief und damit noch unter 12h blieb – und das völlig allein und ohne Unterstützung von Pulks, wie sie bei jedem offiziellen Ironman zu finden sind.  
Dennoch war ich in den folgenden Tagen sehr traurig und schritt daraufhin zur nächsten Verzweiflungstat….
Ach so, das Profile-System: ich setzte mich nach dem Rennen nochmal aufs Rad und fuhr 10km, um das Teil einzusammeln, an besagter Stelle angekommen hatte man jedoch tatsächlich den Container umgestellt und dabei den Trinkflaschenhalter gefunden und mitgenommen. Okay, es war ohnehin ein Drecksding, aber es war auch mal wieder einer dieser verdammten Tage……
             

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